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Von Hilfsfristen, Hausnummern und einem Rettungsdienst mit Herz 

RETTUNGSDIENST MIT HERZ:
Auch bei kleinen Verletzungen ist Doktor Bär sofort am Notfallort

 

Rund um die Uhr: Beim DRK steht der Mensch im Vordergrund

 

Erbach.  Manchmal kann großes Leid durch kleine Gesten gelindert werden. Beim Rettungsdienst des DRK-Kreisverbandes Odenwaldkreis ist es deshalb selbstverständlich, dass kranke Kinder schnell ein Kuscheltier bekommen. Professionelle Hilfe ist aber am ehesten gewährleistet, wenn die Einsatzwagen unverzüglich den Notfallort finden können: „Deshalb bitten wir wiederholt alle Einwohner des Kreises, ihr Anwesen mit einer deutlich erkennbaren Hausnummer zu versehen“, sagt Rettungsdienstleiter Andreas Zellmann. Denn in Hessen gibt es eine Hilfsfrist. Und die kann nur eingehalten werden, wenn die entsprechenden Voraussetzungen gegeben sind. Innerhalb von zehn Minuten soll im Optimalfall nach Eingang der Notfallmeldung das Rettungsmittel am Ort des Geschehens sein. Hierbei spricht der Gesetzestext von „ … Einsatzorten an einer Straße.“ Um die Eintreffzeiten zu optimieren, hat nun das DRK, gemeinsam mit dem Odenwaldkreis als Träger des Rettungsdienstes, neue Standorte ausgewählter Wachen festgelegt. So geht in Kürze die Rettungswache im Breuberger Stadtteil Neustadt an den Start, was eine raschere Versorgung der nordöstlichen Kreisregion bedeutet. Von einer zweiten Erbacher Rettungswache an der Stadtgrenze zu Michelstadt, Bauherr ist die Odenwald–Regional– Gesellschaft (OREG), profitieren die Menschen in Würzberg und Vielbrunn. Der Spatenstich ist bereits erfolgt.

 

Im Notfall 112

 

Mit beinahe 100 Mitarbeitern erfüllt das DRK mit fünf Rettungswachen die Aufgabe von Notfallrettung und Krankentransport im Odenwaldkreis. Die meisten Kollegen sind Rettungsassistenten, verfügen also über die höchste Qualifikation in diesem Tätigkeitsfeld. Unter bestimmten Voraussetzungen müssen sie ärztliche Maßnahmen durchführen. Es hat sich ein anerkanntes Berufsbild der außerklinischen Notfallmedizin etabliert. Im Pool der professionellen Retter arbeiten ebenfalls Rettungssanitäter, Rettungshelfer und junge Menschen, die sich für ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) beim DRK entschieden haben. Wer aber fährt zu welchem Einsatz? Eine berechtigte Frage. Antwort hierauf gibt Conrad Weselek von der Zentralen Rettungsleitstelle: „Je nach Notfallmeldung, entscheiden wir, welches Mittel zum Einsatz kommt. Lebensbedrohliche Lagebilder haben die höchste Dringlichkeitsstufe.“ Zwei Einsatzfahrzeuge für den Notarzt (NEF), sieben Rettungswagen (RTW) und drei Krankentransportwagen (KTW) stehen zur Disposition. Alle Fahrzeuge sind nach den neusten Standards der Notfallmedizin eingerichtet. Für medizinische Notfälle und die Feuerwehr gilt bundesweit die Notrufnummer 112.     

 

Weiterbildung garantiert Qualität

 

Um den hohen Standard halten zu können, unterziehen sich die Rettungsassistenten ein Mal im Jahr einer gesetzlich vorgeschriebenen Prüfung. Diese besteht aus einem schriftlichen, einem praktischen und einem mündlichen Teil. Schließlich geben die Fachkräfte unter klar definierten Bedingungen eigenverantwortlich Medikamente und dies bedarf einer genauen Kenntnis der Wirkungsweise. Verantwortlich für die Prüfung und deren Modalitäten ist Bernhard Krakowka, ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes im Odenwaldkreis. Vom Engagement der Kollegen zeugt ein erst kürzlich absolviertes Seminar: Geschult wurde das strukturierte Vorgehen bei der Versorgung Schwerverletzter. „Die Konzentration auf einzelne Verletzungen ist nun an die zweite Stelle gerückt. Mit Etablierung dieser Methode steht jetzt die Aufrechterhaltung der lebenserhaltenden Systeme im Vordergrund“, erklärt Uli Atzbach, der die Fortbildung organisiert hatte. Zertifiziert wurden 44 Rettungsassistenten und ein Notarzt. Schnelle medizinische Hilfe und menschliche Zuwendung mit viel Herz hat sich das DRK auf die Fahne geschrieben. Bei Kindernotfällen unterstützen die einfühlsamen Helfer deshalb  immer wieder Doktor Bär und Schwester Hase.

 

 [Fotos: DRK]