Gerade zu Beginn der Motorrad-Saison im Frühjahr verunglücken
viele Motorradfahrer. Und immer wieder gibt
es Debatten, ob man bei einem verunglückten
Motorradfahrer nicht lieber den Helm auflassen
sollte, um mögliche Verletzungen an der
Halswirbelsäule nicht zu verschlimmern.
Das Deutsche Rote Kreuz
stellt klar: bei einem bewusstlosen Motorradfahrer
muss der Helm ab.
Bei einem bewusstlosen Unfallopfer
– egal ob Auto- oder Motorradfahrer – besteht
akute Lebensgefahr, da durch Ausfall der
Schutzreflexe die Atemwege verlegt sein
können. "Die Atemwege freizumachen,
indem man den Kopf nach hinten beugt und
das Kinn anhebt, ist daher eine der wichtigsten
lebensrettenden Sofortmaßnahmen", sagt
Rettungsdienstleiter Andreas Zellmann "Das
muss direkt am Unfallort gemacht werden".
Die Maßnahme ist jedoch
nur dann durchführbar, wenn kein Helm im
Weg ist. Daher muss bei einem verunglückten,
bewusstlosen Motorradfahrer als erstes
der Helm abgenommen werden. Damit die Halswirbelsäule,
die vielleicht verletzt ist, geschont wird,
muss dies sehr sorgfältig erfolgen.
Hierzu wird das Visier hochgeklappt
und der Kinnriemen geöffnet. Danach wird
der Helm vom Kopfende des Motorradfahrers
in Längsrichtung soweit abgezogen, bis der
Helfer mit einer Hand an den Hinterkopf
greifen und diesen halten kann. Der Helm
wird nun ganz abgezogen, wobei Kippbewegungen
des Kopfes vermieden werden sollen. Anschließend
wird der Kopf vorsichtig auf den Boden gelegt
und es erfolgt die Atemkontrolle. Ist die
Atmung normal vorhanden, wird der Motorradfahrer
in die stabile Seitenlage gebracht. Ist
keine Atmung vorhanden, oder ist der Helfer
nicht sicher, ob die Atmung normal ist,
muss unverzüglich mit Wiederbelebungsmaßnahmen
begonnen werden (30 x Druckmassage und 2
x Atemspenden im Wechsel).
Bei den meisten Deutschen
liegt der Erste-Hilfe-Kurs schon Jahrzehnte
zurück. Daher empfiehlt das Rote Kreuz allen
Auto- und Motorradfahrern eine Auffrischung
ihrer Kenntnisse.
„Dafür bietet sich vor allem
der Kurs „Lebensrettende Sofortmaßnahmen“
an. Dort wird in Modulen das Wichtigste
zum Verhalten am Unfallort und zur Herz-Lungen-Wiederbelebung
vermittelt. Auch das sichere Abnehmen eines
Helms wird dort geübt“, so Sabine Kugelmeier,
die als Ausbildungsbeauftragte beim Odenwälder
DRK-Kreisverband tätig ist.
Kursangebote sind über die
Homepage des DRK-Kreisverbandes www.drk-odenwaldkreis.de
bzw. telefonisch unter 06062 6070 zu erfragen.