Bundesverdienstkreuz
für Friedel Weyrauch
DRK-Suchtselbsthilfetagung
in Erbach
Als ehemals Betroffene engagiert
sich Friedel Weyrauch bereits seit 1978
nach eigener Abstinenz in Selbsthilfegruppen
von Menschen mit Alkohol- und Suchtproblemen
und ist seitdem Ansprechpartnerin für Angehörige
und Betroffene in Krisensituationen. Vieles
hat sie in dieser Zeit bewegt. Anlass
genug für Bundespräsident Horst Köhler,
ihr das Bundesverdienstkreuz am Bande zu
verleihen. Bei stehenden Ovationen der Tagungsgäste
nahm Kreisbeigeordnete Dr. Erika Ober, in
Vertretung von Landrat Horst Schnur, die
Ehrung vor. „Diese Auszeichnung wird mehr
Aufmerksamkeit auf die Selbsthilfegruppen
lenken und positiv auf ihre Arbeit abfärben“
so die Geehrte.
Ihr entsprechendes ehrenamtliches
Engagement im Roten Kreuz begann 1980. Bereits
1983 initiierte Friedel Weyrauch eine eigene
Selbsthilfegruppe von anonymen Alkoholikern
in Reichelsheim, die sie 10 Jahre aktiv
begleitete. Von 1983 bis 1985 arbeitete
sie im Arbeitskreis Suchtkrankenhilfe im
Odenwaldkreis mit. Ihre Ausbildung zur Laienhelferin
absolvierte sie in den Jahren 1984/85. 1995
schloss sich eine weitere Qualifizierung
als Suchtkrankenhelferin beim Gesamtverband
für Suchtkrankenhilfe des Diakonischen Werks
in Frankfurt an.
Die Gründung zahlreicher
Selbsthilfegruppen geht auf Initiative von
Friedel Weyrauch zurück. So 1990 die Alkohol-
und Montagsgruppe, 1993 der Elternkreis
drogenabhängiger Kinder, 1998 wurde das
Sorgentelefon für Angehörige von Suchtkranken
an allen Sonn- und Feiertagen rund um die
Uhr installiert, 1999 eine Kontaktgruppe
für Patienten im Kreiskrankenhaus in Erbach
eingerichtet, 2000 erfolgte die Gründung
einer Drogengruppe für Konsumenten illegaler
Suchtstoffe, ein Trauerkreis wurde initiiert
und eine Kindergruppe unter Anleitung einer
Psychologin für Kinder von Eltern mit Suchtproblemen
eingerichtet. 2001 gründete sich die Kegelgruppe
für Menschen mit Alkoholproblemen und deren
Angehörige, 2004 eine Angehörigengruppe
von Menschen mit Krebs, 2005 ein Gesprächskreis
für Menschen mit Ess-Störungen sowie eine
Selbsthilfegruppe für ehemalige Raucher
und 2006 eine Trauergruppe für Kinder.
Wie Kreisbeigeordnete Dr.
Erika Ober in ihrer Laudatio betonte, nimmt
Friedel Weyrauch fortlaufend an den Gruppentreffen
teil, deren verantwortliche Leitung ihr
übertragen ist. Bereits 1999 wurde Friedel
Weyrauch zur Bundessprecherin der Suchtselbsthilfegruppen
im Deutschen Roten Kreuz gewählt. Im gleichen
Jahr erfolgte auch ihre Wahl zur Landessprecherin
im DRK-Landesverband Hessen. Beide Tätigkeiten
übt sie seit dieser Zeit ohne Unterbrechung
aus.
Weiter hob Dr. Ober hervor,
dass sich Friedel Weyrauch mit großer Ausdauer
für die Stabilisierung der finanziellen
Ressourcen der Suchtselbsthilfe im DRK auf
Bundesebene engagierte. Auch die Gründung
des Bundesarbeitskreises Sucht im DRK geht
mit auf ihre Initiative zurück. Sämtliche
DRK-Suchtselbsthilfegruppen werden von ihr
aktiv bundesweit betreut und begleitet.
Diesen Einsatz würdigte auch DRK-Kreisvorsitzender
Konrad Bäumle, der betonte, dass das geschilderte
Engagement der Geehrten ausschließlich auf
ehrenamtlicher Basis beruhe. „Friedel
Weyrauch ist ein Persönlichkeit in unseren
Reihen, deren Wirken im Roten Kreuz und
damit auch für die Öffentlichkeit von unschätzbarem
Wert ist. Ihre Vorbildfunktion, insbesondere
auch für die jüngere Generation, ist herausragend.
Frau Weyrauch hat eine öffentliche Anerkennung
und Würdigung ihres Engagements mehr als
verdient“, so der Vorsitzende.
Überreicht wurde die besondere
Ehrung anlässlich des 1. Bundestreffens
der Suchtselbsthilfegruppen, das vom 23.
bis 25. Mai in Erbach stattfand. Rund 160
Vertreter aller DRK-Selbsthilfegruppen aus
Ost- und Westdeutschland nahmen an dem Treffen
teil, dessen überwiegender Teil für Workshops
und Fachvorträge vorgesehen war. Geleitet
wurde die Konferenz „Gemeinsamkeit ist unsere
Stärke“ von Heinz Knoche, der im Berliner
DRK-Generalsekretariat als Teamleiter für
Migration und Integration tätig ist. Vorbereitet
und organisiert hatte das Treffen die DRK-Suchtreferentin
des Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern,
Elin Altemark, und Friedel Weyrauch.
Anlässlich der Eröffnungsveranstaltung
in der Werner-Borchers-Halle verwies die
stellvertretende DRK-Landesvorsitzende Hildegard
Weber darauf, dass im hessischen Roten Kreuz
allein die Odenwälder Gliederung sich in
der Suchtarbeit engagiere und Suchtselbsthilfegruppen
eingerichtet habe. Dies bestätige auch DRK-Kreisvorsitzender
Konrad Bäumle, der darauf verwies, dass
Suchthilfe eine der Schwerpunktarbeiten
im DRK-Kreisverband sei, wo sich in 18 DRK-Ortsvereinigungen
mit rund 10.000 Mitgliedern und darüber
hinaus 400 Aktive und 350 JRK-Mitglieder
engagieren. Auch DRK-Landesgeschäftsführer
Thomas Klemp und Erbachs Bürgermeister Harald
Buschmann nahmen an der Eröffnungsfeier
teil.
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